Realismus: Warum ich nur glaube, was ich sehe

Realismus: Warum ich nur glaube, was ich sehe

4. März 2019 3 Von nicoleinez

Ich warne dich gleich vor: Dieser Beitrag mag ein wenig frustriert klingen, doch ist er nicht. Er ist einfach nur ehrlich und basiert auf meiner Realität, genährt durch die Gesellschaft, in der ich lebe. Wahrscheinlich lebst auch du in dieser Gesellschaft. Vielleicht ist deine Wirklichkeit auch eine andere. Das würde mich natürlich freuen für dich. Doch die letzten Jahre haben mir gezeigt, dass der Mensch sehr oft aus schönen Worten besteht. Die passenden Taten zu den schönen Worten bleiben sehr oft aus. Vor allem in der Dating-Welt – aber auch sonst.

Realismus: Reden kann man viel

Vor allem meine letzten beiden Jahre waren gefüllt mit leeren Worthülsen von anderen Menschen. Ich will jetzt kein Geschlecht diskriminieren, aber es waren vor allem Männer im privaten Kontext. Generell lässt sich aber sagen, dass Leute dazu neigen, viel zu reden und wenig zu halten. Ich denke, ich gehöre da auch dazu. Was mich jedoch unterscheidet: Ich glaube Dinge nur noch, wenn ich sie in der Tat sehe. Warum?

  • Reden kostet keine Zeit und Energie und wird deshalb gern benutzt
  • Von Worten kann ich nicht leben
  • Würden wir alle nur reden, anstatt zu arbeiten, wären wir alle obdachlos
  • Wenn man Worte in Finanzen sieht, sind sie Berechnungen, aber keine Einnahmen

Wissenschaft und Esoterik

Bevor ich mein Studium angefangen und abgeschlossen habe, war ich ein Träummännlein. Bin ich nach wie vor manchmal, weil es einfach schön ist, sich Hoffnungen hinzugeben. Doch in Wahrheit muss man die Dinge so sehen, wie sie sind, um langfristig glücklich zu sein. Denn selbst wenn ich mich über einen längeren Zeitraum einer Illusion hingebe, muss ich daraus irgendwann aufwachen. Abgesehen davon merkt man schon währenddessen, dass etwas nicht stimmt. Man ignoriert es nur, bis man dann aufwacht. Und das tut mehr weh, als sonst was.

Demnach glaube ich nicht an Horoskope und auch nicht an Wahrsagerei. Wenn ich es nicht weiß, woher sollte es ein anderer Mensch besser wissen, als ich? Ich glaube zwar schon an die selbsterfüllende Prophezeiung, doch die ist wissenschaftlich erwiesen. Und ich glaube auch an die Macht der Gedanken und dass man damit sein Leben in einem gewissen Rahmen steuern kann. Ich glaube auch an eine höhere Macht, doch ich glaube nicht (mehr) an die Worte von Menschen, solange keine Taten folgen. Für mich logisch: Denn wer seinen Worten keine Taten folgen lässt, lügt eigentlich. Und damit war ich im Recht, den Worten nur mit einem Ohr zu lauschen. Streng, nicht?

Wenn Menschen ihr Wort halten würden

Hätten alle Personen, die mir bisher in meinem Leben große Dinge versprochen oder gesagt haben, ihr Wort gehalten, dann würde ich nun:

In etwa zwei Mal verheiratet sein. Ich müsste mich entscheiden, während ich auf einem Kreuzfahrtschiff lebe, ob ich mit einem hellblauen Opel Kadett, oder einer pastellrosa Vespa Richtung Neuseeland fahren würde. Dort müsste ich dann einen meiner Ehemänner verlassen, während ich noch immer auf dem Schiff leben und die Welt bereisen würde. Gleichzeitig warte ich darauf „dass man sich immer zwei Mal im Leben sieht.“

Während ich noch immer auf dem Kreuzfahrtschiffe lebe, würde ich als Poetry Slammerin die Bühnen des deutschsprachigen Raums erobern, während mein Drehbuch aufgeführt wird. Gleichzeitig müsste ich mich entscheiden, welche Verliebtheitsgefühle ich erwidere und welchen Kurztrip ich gerne spontan machen würde. Natürlich lebe ich noch immer auf dem Schiff, während ich gleichzeitig in Neuseeland lebe und tagtäglich liebestrunken tiefgründige Gespräche führe. Gleichzeitig sehe ich viele Städte und die tollsten Hotels jeder Stadt.

Außerdem warte ich noch immer, dass sich ein paar Personen grundlegend ändern, weil sie selbst einsehen, dass sie große Probleme haben. Oder weil sie nun ihre Selbstfindung abgeschlossen haben, oder wirklich dazu stehen wollen, dass sie nicht mehr glücklich mit ihrem Lebensentwurf sind. Ich halte mir deshalb viele Dinge offen, obwohl ich mich schon für eine Lebensversion entschieden habe. Bei allem was ich tue, bin ich sportlich und durchtrainiert, weil die Diät wirklich für immer schlank gemacht hat und das Fitnessprogramm auch.

Ich fühle mich dabei auf keinen Fall so, als ob jahrelanger Beziehungsarbeit den gleichen Effekt hat, wie Pennys in einen Wunschbrunnen zu holen. Und ich glaube wirklich daran, dass sich Menschen ändern können, weil sie einsehen und weil sie tun, was sie sagen. Während ich mir all diese Gedanken mache, werde ich von einem klassischen Gitaristen und einem Pianisten unterhalten. Ein Leben lang versteht sich.

Doch dann legt das Kreuzfahrtschiff am nächsten Hafen an und es heißt: Bitte aussteigen, willkommen in der Realität. Zuerst bin ich traurig, weil einfach alles viel zu schön war, auf der Reise der Illusionen. Doch als ich wieder festen Boden unter meinen Füßen spüre, merke ich: Das ist es, was ich brauche. Sich gelegentlich dem Träumen hingeben, doch auch wissen, wann es Zeit ist, aufzuwachen. Und ab wann man seinem Gegenüber auch Gehör schenken kann.

Ich bin gespannt auf deine Ansichten und Erfahrungen. Sag es mir gerne in den Kommentaren! Was ich sonst noch so vom Leben gelernt habe, findest du hier.

Realistische Grüße,
Eure Nicole


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