Agoraphobie – Glossar der Psychologie

Agoraphobie – Glossar der Psychologie

15. Mai 2019 0 Von nicoleinez

Was steckt hinter Agoraphobie?

Agoraphobie wird oft mit Platzangst, nämlich der Klaustrophobie verwechselt. Jedoch versteht man unter Agoraphobie etwas anderes. Was genau es bedeutet und wie sich diese Phobie zeigt, findest du in diesem Beitrag.

Was bedeutet Agoraphobie?

Betroffene Personen haben Angst vor Situationen, die außerhalb ihrer Kontrolle liegen und die sie nicht so einfach wieder verlassen können. Außerdem denken sie, dass in genau solchen Situationen Dinge passieren könnten, in denen sie Hilfe brauchen könnten. Kombiniert ist sie oft mit Panikattacken. Typische Gegebenheiten, die gefürchtet oder gar vermieden werden, sind Menschenansammlungen, öffentliche Verkehrsmittel, Flugzeuge, Lifte, etc.. Das weibliche Geschlecht ist häufiger davon betroffen. Die Störung beginnt meist im Alter zwischen 20 und 30.

Die Angst bestimmt das Leben. Wenn eine betroffene Person in eine Situation kommt, in der die Phobie hervorgerufen wird, gesellen sich Herzrasen und Schwindel dazu. Die Bedenken sind weit übertrieben und lassen sich nicht mit Logik begründen. Ihnen ist die Irrationalität des Verhaltens jedoch bewusst.

Welche Ursachen gibt es für Agoraphobie?

Es gibt mehrere Ursachen und Risikofaktoren. Eine davon ist Vererbung: Studien haben gezeigt, dass Personen, deren Eltern darunter leiden, ein erhöhtes Risiko haben, es ebenfalls zu bekommen. Eine weitere Ursache wird im Zusammenspiel zwischen Serotonin und Noradrenalin vermutet.

Auch Belastungen im Leben können bei ängstlichen Menschen das Entstehen einer Agoraphobie erhöhen. Oft liegen dem traumatische Kindheitsereignisse zugrunde. Dies können die Scheidung der Eltern, Tod eines nahen Angehörigen oder auch sexueller Missbrauch sein. Das Kind wurde jedenfalls durch das Ereignis traumatisiert. Umso anfälliger ist ein Mensch, wenn die Belastung erneut auftritt, oder die Person generell angstanfälliger ist.

Es gibt aber auch Leute, die prinzipiell ängstlicher sind als andere und somit auch eher dazu geneigt, eine Agoraphobie zu entwickeln. Solche Personen sind sensibler, wenn es z.B. um körperliche Vorgänge, wie den Herzschlag geht. Ist dieser nicht wie gewohnt, nehmen sie dies sofort stark wahr und malen sich Horrorszenarien aus. Dies bedingt wiederum die Verstärkung der Symptome.

Agoraphobie und Panikattacken

Oft beginnt die eigentliche Erkrankung mit einer Panikattacke, wenn die Betroffenen an einem sicheren, öffentlichen Ort ist. Sie fühlen dann starkes Herzrasen und Schwindel, schwitzen übermäßig und werden sehr nervös. Die Körperreaktion ist der Situation nicht angemessen. Jedoch beeinflussen sich die empfundene Angst und die erlebten körperlichen Symptome gegenseitig negativ. Nach dem Erlebnis hat der Betroffene Angst und meidet künftig den Ort. Aus Angst vor erneutem Auftreten, weitet sich diese Vermeidung auch auf andere Orte aus.

Das grundlegende Gefühl ist Angst und vor allem die Befürchtung von Kontrollverlust. Hinzu kommt die Panik, die körperlichen Symptome nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Außerdem haben Betroffene die Befürchtung, dass sie in eine schreckliche Situation kommen könnten und ihnen dabei keiner hilft.

 


 

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