Kolumne: Kannst du die Welt ändern?

Kolumne: Kannst du die Welt ändern?

6. März 2018 3 Von nicoleinez

Wenn man mit offenen Augen und geputzten Ohren durch die Welt geht, muss man eigentlich meinen, dass sie schlecht und/oder böse ist. Wer Nachrichten liest, muss eigentlich Masochist sein – auf emotionaler Ebene versteht sich. Denn wann steht da schon was Positives, Erheiterndes oder Gutes? Ich bin ehrlich: Jedes Mal, wenn ich mich wirklich detailliert und aufmerksam dem Weltgeschehen widme, habe ich Angst, dass diese nicht mehr lang steht. (Ich weiß, die Welt steht nicht, sie dreht sich, Hubert-Johann). Hier eine Bombe, dort ein Anschlag, da eine rassistische Gesetzgebung, eigentlich eine Mischung aus Schande und Beängstigung.

Nachrichten vermitteln das Gefühl, dass man machtlos ist, dass man eigentlich „eh nichts“ tun kann, weil die Welt sowieso vor die Hunde geht. So denkt ein Teil der Menschheit. Dann gibt es jenen Anteil, der überhaupt nichts denkt. Hinzu kommen noch jene, die eine Theorie vertreten und diese jedem anderen Menschen aufzwingen wollen, weil diese die einzig richtige ist. Die Themen reichen von Religion, Ernährungsweise, Glaubenssätze, bis hin zu politischen Ansichten.

Ich glaube zwar an Karma und dass einem grundsätzlich (nur) das zurückkommt, was man auch in Umlauf bringt, aber dann gibt es immer wieder Erlebnisse, die mir einfach klar und deutlich zeigen, dass manche Menschen einfach nur böse sind. Manchmal hilft all das Verständnis für die Beweggründe und die Situation des anderen nichts. Da sitzt man oft da und fragt sich, wo das alles hinführen wird. Doch im selben Moment wird einem wieder bewusst, dass es so viele Dinge gibt, die man im kleinen Rahmen ändern kann. Alles, was in seiner Macht liegt, obliegt seiner Entscheidung. Jeden Schritt den ich aus einer freien Entscheidung heraus setzen kann.

Heute dich und morgen dann mich selbst

Diese Einstellung, zuerst die Welt und dann sich selbst ändern zu wollen, haben sehr viele Leute. Dann stellen sie irgendwann fest, dass man die Welt an sich nicht ändern kann, weil diese ist wie sie ist. Auch andere Menschen kann man nicht ändern. Sie können sich nur selbst ändern. Und das auch nur, wenn sie wirklich zur Einsicht durch ein einschneidendes Erlebnis gekommen sind. Davor sind die Verhaltensänderungen einfach nur an der Oberfläche oder gar nicht vorhanden. Außerdem raubt der Versuch, andere von etwas zu überzeugen nur sehr viel Energie und gleicht dem Kampf gegen Windmühlen.

Es gibt viele da draußen, die gute Dinge tun. Die Einen fühlen sich dem Buddhismus zugehörig und denken, der Inhalt ist der einzig richtige. Die anderen dem Christentum und dass dies die einzig wahre Religion ist. Auch beim Thema Politik gibt es verschiedenste Farben, die jemand für richtig hält. Und selbst in einem Feld wie der Psychologie gibt es hunderte Theorien, wie man ein und dieselbe Sache sehen kann. Daraus habe ich geschlussfolgert, dass es nicht DIE Wahrheit gibt. Was für eine Person wahr ist, kann für eine andere falsch sein.

Überzeugung, die von Innen kommt

Ich habe ebenfalls meine Überzeugungen, meine Abneigungen und Vorlieben. Doch ich würde sie nie jemandem aufzwingen. Wozu? Wenn ich so von einer Sache überzeugt bin und sie wirklich lebe, werden die Leute das früher oder später (eher früher als später) merken und wenn ihnen gefällt, was ich tue, werden sie Interesse daran zeigen. Und wenn sie fühlen und sehen, wie glücklich dich dein Lebensstil macht, dann werden sie es dir gleichtun.

Wenn du aber versuchst, jemandem deine Meinung überzustülpen, weil du „so davon überzeugt bist“, dann erzeugst du Druck und vermittelst auch gleichzeitig, dass du eine gewisse Unsicherheit verspürst. Es macht nämlich einen Unterschied, ob ich jemandem locker und ruhig meine Ansichten mitteile, oder ob ich jemanden gleichzeitig auf meine Seite ziehen möchte.

Der Textverlauf nimmt jetzt dann bald eine gute Wende, auch wenn man das vielleicht nicht vermutet hätte. Meiner Meinung nach gibt es nämlich Hoffnung für die Welt. Denn es gibt keine beste Art und Weise, sein Leben zu bestreiten. Jeder Mensch trägt zu dieser Gesellschaft etwas bei mit dem was er hat, denkt und kann.

Nicht jeder ist wie du

Nur weil du Veganer bist, heißt das nicht, dass jeder Veganer sein muss, oder dass das deshalb gut ist.  Weil du Jesus für den einzig Wahren hältst, muss das nicht jeder so sehen. Nur weil ich mich toll und selbst wie Jesus fühle, nur weil ich im Sozialbereich mit Menschen gearbeitet habe, heißt dass nicht, dass jemand, der mit Zahlen arbeitet, eine schlechtere Person ist.

Stell dir Mal vor, jeder würde genau so sein und leben wie du. Wäre das nicht eintönig, langweilig und eigenartig? Entwicklung kann nur stattfinden, wenn es Reibungspunkte und verschiedene Zugänge gibt. Während die eine Person mehr auf ihre (menschliche Umwelt) Mitmenschen achtet, achtet die anderen mehr auf die (materielle) Umwelt. Ich denke, dass sich alles in Summe wieder ausgleicht. Jeder möchte individuell sein und nicht als Einheitsbrei wahrgenommen werden und doch wollen wir oft andere genau so haben, wie wir sind, oder uns das „Ideale“ vorstellen.

Die Welt ist wie sie ist. Sie wird sich nicht ändern für dich. Nicht von heute auf morgen. Sondern Stück für Stück, wenn du bei dir selbst mir vollster Leidenschaft und Überzeugung beginnst. Deshalb: Höre auf zu glauben, dass du nichts ändern kannst. Das trifft nur für die gesamte Welt zu (und die ist riesig), aber nicht für dich und deine „kleine“ Welt. Lass den Glauben gehen, dass DU das einzig richtige Leben lebst und lass doch die anderen tun, wie und was sie wollen, solange sie niemandem schaden.

So kann Frieden beginnen! Im Innen und im Außen!

Überzeugte Grüße,
Eure Nicole